Update: 6. Mai 2015

Interview von Konny Röhrig mit Tempa Lama, dem Vorsitzenden von des Klosters Benchen Phuntsok Dargyeling, Kathmandu am 5. Mai 2015. Ich habe Tempa Lama einige Fragen (F) in Bezug auf die gegenwärtige Lage im Kloster Benchen geschickt. Tempa Lama sandte freundlicherweise diese Antworten (A).

 

F: Haben die Nachbeben jetzt aufgehört? Sind Mönche und die Klostergemeinschaft zurück ins Kloster gezogen?

A: Die Erde bebt immer noch gelegentlich, aber es handelt sich dabei nur um einzelne kurze Stöße oder schwächere Beben. Es ist noch  kein Ende abzusehen. Die Mönche schlafen weiterhin im Freien auf dem Armeegelände. Einige schlafen unter den Treppen, andere in der Nähe des Tors und anderswo. Aber die meisten Mönche sind draußen in den Dörfern um dort zu helfen, um Essen, Kleidung, Zelte und Geld zu bringen oder beim Graben zu helfen.

F: Wie ist die gesundheitliche Lage? Gibt es Mönche, die an Krankheiten leiden?

A: Einige Leute haben schweren Durchfall, aber die anderen haben keine Probleme. Da angekündigt worden war, dass eine Menge Krankheiten auftreten könnten, tragen alle hier zum Schutzmasken. Aber für die Benchenmönche ist die Situation nicht so schlecht.  
Allerdings sind die Leute traumatisiert, jeder wartet auf das nächste Beben, in Unsicherheit und bereit sofort loszurennen. So ähnlich geht es allen Mönchen und unseren Freunden. Vor allem nachts haben alle einen sehr leichten Schlaf, das heißt, sie liegen meist wach. Sie versuchen untertags zu schlafen, aber da müssen sie arbeiten, hinausgehen und anderen helfen.

F: Wie geht's den kleinen Mönchen?

Diese Bilder zeigen die Mönche bei der Lebensmittelverteilung. Das Benchen Kloster in Kathmandu stellt Lebensmittel wie Reis zur Verfügung. Die Mönche von der Shedra in Pharping verteilen Mahlzeiten.

Auf diesen Bildern ist Lama Akela und andere Benchen Mönche auf ihrer täglichen Route zu sehen. Sie bringen Wasser mit dem Benchen Wassertankwagen zu diversen Orten. Der Tankwagen fuhr zu Orten wie Dachinkali, Kalimati, Teku, Boudha, Pachdara und anderen.

Diese Bilder zeigen Gruppen der Benchen Mönche, die jeden Tag bei der Suche und beim Ausgraben von Verschütteten helfen. Sie arbeiten über die ganze Stadt verteilt überall dort, wo Gebäuden zusammengestürzten sind.

Dr. Tsering von der  Benchen Free Clinic wird in seiner Arbeit von einigen Mönchen unterstützt. Jeden Tag besuchen sie unterschiedliche Orte, um medizinische Hilfe zu geben, wo immer sie benötigt wird. Sie gingen nach Sanku, Dabcha nahe  Namobuddha, Kokhana und anderen Orten, um Wunden zu versorgen, Schmerzmittel, Antibiotika, Mittel gegen Durchfall auszugeben – was auch immer benötigt wird. Bis jetzt reicht der Vorrat an Medikamenten  noch aus aber es wird schwierig Nachschub zu beziehen.

Namaste,
Tempa und Florian-Tashi

Am 28, April ist der Benchen Wassertankwagen nach Dachinkali, Kalimati, Teku, Boudha und Pachdara gefahren, um bei der gegenwärtigen Wasserknappheit zu helfen. In Zusammenarbeit mit dem Buddhist Committee waren die Benchen Mönche an unterschiedlichen Orten tätig. Dr. Tsering ist mit einer Gruppe Mönche nach Sanku gegangen, um in der sehr schlechten Situation vor Ort zu helfen.

Heute, am 29. April fuhren die Wassertankwagen in andere Gegenden. Viele Mönche boten ihre Hilfe an und Dr. Tsering besuchte noch einmal Sanku.

Das Kloster hat Schwierigkeiten die langsam ausgehenden Lebensmittelvorräte aufzufüllen. Wir können die Menschen auf dem Army Camp nebenan aber immer noch morgens und nachmittags mit Tee versorgen. Auf den Bildern sieht man wie die Mönche einen großen Pott Tee zum Army Camp bringen und den Tee an die Menschen dort verteilen.

Namaste, Tempa und Florian-Tashi

Update: 28. April 2015

Die Benchenmönche haben versucht, an verschiedenen Stellen, an denen Häuser zusammengebrochen waren, ihre Hilfe anzubieten, aber man sagte ihnen, dass sie dabei nicht helfen könnten. Es gab dann ein Treffen mit dem Präsidenten des Buddhist Committee in Tinchuli um die Hilfsangebote dort besser zu koordinieren. Die Mönche können wegen der blockierten Straßen die Stadt nicht verlassen. Sie werden sich deshalb auf die Hilfe innerhalb der Stadt konzentrieren. Die Nahrungsmittelversorgung scheint kein unmittelbares Problem in der Stadt zu sein, das größte Problem ist der Mangel an Wasser. Die Mönche nutzen den Benchen Wasser-Tankwagen von Parphing, um die allgemeine Wassersituation zu verbessern. Es gibt Berichte über eine Grippewelle im Militärlager. Gesichtsmasken aus dem Vorrat der Benchen Klinik sind verteilt worden, um das Ansteckungsrisiko für die Mönche und Nachbarn zu verringern aber es ist schwierig mehr davon zu bekommen. Wegen der Ansteckungsgefahr sind die kleinen Mönche nach Pharping gebracht worden. Einige Mönche sind noch weiter nach Sanku gefahren, wo es medizinische Hilfe gibt.

Auf den Fotos kann man die Mönche auf ihrem Weg nach Sanku sehen, das letzte Auto mit den kleinen Mönchen ist unterwegs nach Pharping, Tashi Özer und Sherab sind mit einer der vielen Gruppen auf ihrem Weg nach Tinchuli.

Namaste, Tempa und Florian-Tashi